Über das Begleitmaterial

Auf fünf Tablets wurden in 2019 digitales Begleitmaterial zur Ausstellung Let´s talk about erstellt. Die Tablets sind beim Stadtjugendring ausleihbar.

Das Begleitmaterial zur Ausstellung “Let’s talk about” umfasst 1 Video, 4 Module und 1 Materialsammlung.

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1. Video

Zur Beschäftigung mit den Auswirkungen rechtsextremer Einstellung ist die Darstellung und Berücksichtigung der Betroffenen-perspektive elementar. Diese kann empathiefördernd wirken und gleichfalls von pauschalisierenden Ablehnungs-konstruktionen betroffene Jugendliche bestätigen und empowern. Bewegtbild-Statements sind für Perspektivwechsel äußerst geeignet, weil sie mehrere Wahrnehmungsebenen ansprechen und assoziativ wirken. In dem Videoclip spricht Ibrahim Arslan über seine Perspektive als Betroffener, seine Haltung als Aktivist und die Handlungsoptionen antirassistischer Bildungsarbeit.

2. Quiz

Bei dem Quiz-Format handelt es sich um ein bewährtes Mittel, um Jugendliche und junge Erwachsene zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit einer Thematik zu bewegen. Im konkreten Fall steht ein Set von Fragen mit Antwortoptionen zur Verfügung, die vor oder nach dem Ausstellungsbesuch gestellt und beantwortet werden können. Die Fragen befassen sich inhaltlich auf altersgerechte, aber durchaus fordernde Weise mit den in der Ausstellung behandelten Fragestellungen und Einstellungsmustern. Die vor- bzw. nachgelagerte Beschäftigung mit den Themen unterstützt den Reflexionsprozess und ermöglicht die Einordnung eigener Denkmuster sowie ggf. Vorurteile – und macht im Idealfall deren “Schwankungspotenzial” erlebbar.

3. Streitfragen

Provokative, zum Teil vorurteilsenthaltende Statements wie “Es können nicht alle hier leben.”, “Nazis verbieten: Ja oder Nein?” etc. sollen nicht vermieden, sondern gestellt werden. Die Beschäftigung mit diesen Fragen könnte in Kleingruppen geschehen, die ihre Diskussionsergebnisse im Anhang der Gesamtgruppe präsentieren. Die Tablets enthalten Ordner mit Hintergrundmaterialien zu den einzelnen Fragen, die zur Beantwortung genutzt werden können. Ziel ist es, über eine intensivere Auseinandersetzung vorgefertigte Antworten als solche erkennen und eigene

4. Leitfragen

Während menschenverachtende Einstellungen bspw. in der Neonazi-Szene in konzentrierter Form vorhanden sind, sind einige Grundannahmen, auf denen diese Verdichtungen beruhen, in Versatzstücken oder in Gänze in weiten Teilen der Gesellschaft 2
vorhanden und werden weiter tradiert, häufig ohne Bewusstsein über den stereotypen Gehalt dieser Annahmen. Über die Leitfragen und deren Beantwortung werden die Besucher*innen zu den jeweiligen Themenfeldern geleitet, wo sie anhand der Infotafeln ihre eigenen Vorurteile oder Betroffenheiten überprüfen können. Konkret wird eine Frage gestellt, die die innerliche Auseinandersetzung mit dem folgenden Themenfeld initiiert und die Jugendlichen zur entsprechenden Tafel leitet.

5. Wissen

Einzelnen Rollups der Ausstellungen liegen ganze Bereiche politischer Bildungsarbeit zugrunde. Während auf den Rollups einige Aspekte nur mit einem Satz angesprochen werden (können), wird auf den Tablets zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Ausstellung / zu den ideologischen Versatzstücken jeweils ein Ordner bereitgestellt, der Hintergrundmaterial für die weitere Auseinandersetzung enthält, bspw. im Rahmen von Kleingruppenarbeit, Aufsätzen und Workshops sowie zur Vorbereitung der Pädagog*innen oder Lehrer*innen auf das jeweilige Thema. Zum Einsatz kommen bewährte Bildungsmedien gegen Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Gewalt, u.a. aus der Vielfalt-Mediathek, die aus ähnlichen Projektarbeiten entstanden sind. Diese werden zu Themen gebündelt, sodass Fachkräfte und Jugendliche einen schnellen und einfachen Zugang zu inhaltlich passenden Bildungsmedien und weiteren Materialien für ihre Arbeit mit der Gruppe erhalten.

6. Materialsammlung

Hier finden sich alle in den Modulen Streitfragen und Wissen aufgeführten Bildungsmedien, wie Broschüren, Podcasts sowie Links zu Videos. Bei den Materialien handelt es sich um eine Auswahl, die den Einstieg in das jeweilige Thema erleichtern soll. Angesichts der Tiefe der Themenfelder und der in allen Bereichen teilweise seit Jahrzehnten existierenden Diskurse kann es sich immer nur um eine unvollständige Auswahl handeln.

Förderung

Das Begleitmaterial für die mobile Ausstellung Let´s talk about wurde durch die Partnerschaft für Demokratie Bremerhaven, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert, sowie vom Amt für Jugend, Familie und Frauen Bremerhaven.

Wir danken für die Unterstützung der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Bremerhaven.

Entwicklung, inhaltliche und graphische Umsetzung

Wir danken Allegra Schneider für die detaillierte, fundierte und kreative Umsetzung der Inhalte.